Noch sind es sechs Monate bis der Startschuss beim 3. porta Möbel-Marathon fällt, aber Laufexperte Dr. Matthias Marquardt sagt: „Das Marathon-Training sollte jetzt beginnen.“ Er muss es wissen. Schließlich war Marquardt selbst Leistungssportler, ist Marathon gelaufen und hat sein eigenes Laufkonzept entwickelt.
„Wenn jemand bei Null startet, sind sechs Monate fast zu knapp bemessen. Für Läufer, die schon einmal einen Zehn-Kilometer-Lauf oder einen Halbmarathon gemacht haben, sollte das kontinuierliche Training jetzt beginnen“, empfiehlt Marquardt porta-Marathon-Neulingen. Für das richtige Training hat er einige Tipps auf Lager. Marquardt empfiehlt den Läufern, viel Zeit einzuplanen und sich einen guten Trainingsplan zu suchen: „Die Laufumfänge müssen kontinuierlich bis auf 30 Kilometer gesteigert werden. Zusätzlich muss es aber auch schnelle Läufe geben und dazu Kraft- und Koordinationstraining“ sagt der Experte.
Der 33-Jährige ist selbst mehrere Marathons gelaufen, hat in 2:51 Stunden eine bemerkenswerte Bestzeit aufgestellt und weiß, wovon er spricht. Deshalb warnt er vor zu viel Motivation. „Anfänger wollen oft zu schnell zu viel und verletzen sich dann. Fortgeschrittene und alte Hasen müssten ihr Training mehr variieren“, hat der 33-Jährige auch für erfahrene Läufer Tipps auf Lager.
Außerdem warnt Marquardt die Sportler vor zu viel Übermut. Stattdessen sollte bei Verletzungen und Erkältungen sofort pausiert werden. „Einige Erkältungsviren spazieren gern zum Herz und können darauf übergreifen. In so einer Phase wird nicht trainiert. Das kann sonst fatale Folgen haben bis zur Sportinvalidität und dem Tod. Ich habe solche Fälle schon erlebt“, warnt der Laufexperte. Dennoch kann Marquardt aus eigener Erfahrung den 42-Kilometer-Lauf nur empfehlen. „Marathon ist schon eine tolle Sache, sonst würde er auch nicht so viele Menschen faszinieren. Es ist einfach der Wunsch da, mal etwas Außergewöhnliches zu leisten“, weiß Marquardt, der dazu auch den Halbmarathon empfiehlt.
Bis er selbst erstmals Marathon lief, musste der Mediziner einiges durchmachen. Sein Körper machte ihm zu schaffen, er hatte Knie- und Rückenschmerzen sowie Achillessehnenentzündungen. Als angehender Arzt suchte er nach Auswegen. „Ich habe erst Ruhe gegeben, als ich Ironman machen konnte und den Marathon unter drei Stunden gerannt bin“, erzählt Marquardt. Mittlerweile hat er in Hannover seine eigene Privatpraxis, in der er Sportlern eine ausführliche Bewegungsanalyse anbietet. „Das ist alles zu einem Selbstläufer geworden“, erzählt der 33-Jährige lachend. Er entwickelte das Konzept „Natural Running“ und will Sportlern damit das Laufen leichter machen. Füße sind vom genetischen Code her auf das Barfußlaufen programmiert. Der Fuß will sich frei bewegen. Wenn man ihn einsperrt und einen Absatz hinten dran macht, hat man viel mehr Druck im Vorfuß, weniger Beweglichkeit und kaum Muskeln“, erklärt der Arzt, der auch schon mehrere Laufbücher veröffentlicht hat.
Seine eigene Faszination für das Laufen ist immer geblieben. Er genieße die Zeit an der frischen Luft, in der man nicht erreichbar sei, sagt Marquardt. In diesen Momenten denkt er auch gerne an seine aktive Karriere und die Marathon-Läufe zurück. Er weiß, welch besonderes Gefühl es ist, über den Zielstrich zu laufen.
„Marathon tut weh und wenn man ihn geschafft hat, ist man richtig stolz. Da handelt man sich eine Menge Respekt von seinem Umfeld und sich selbst ein“, sagt der Laufexperte. Das sollte doch Motivation genug sein, um direkt mit dem Training für den 3. porta Möbel-Marathon zu starten. Noch sind sechs Monate Zeit.
Ein ausführliches Interview mit Dr. Matthias Marquardt finden Sie hier >>
Trainingspläne des Laufexperten gibt es unter
www.natural-running.com/training/trainingsplaene